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08.01.2011 Itzehoe


08.11.2010 Swing in Gadenstedt

Alte Stellmacherei: „Seven Strings – Lady sings“
„Seven Strings – Lady sings“ traten am Sonntag vor 60 Gästen in Gadenstedt auf.

„Seven Strings – Lady sings“ (von links): Michael Huhn, Therese Götz, Anja Sonntag und „Einspringer“ Benjamin Doppscher in der Alten Stellmacherei.
Gadenstedt. Man hört es immer wieder, aus der New Yorker „Met“, der „Royal Opera“ in London – und seit Sonntag auch aus Gadenstedts Alter Stellmacherei: Große Karrieren beginnen zuweilen für „Einspringer“, wenn sie verhinderte Stars vertreten.
Stargitarrist Uli Hoffmeier war mit seinem Ensemble „Seven Strings – Lady sings“ angekündigt und ausgerechnet er musste dem Rufe von Max Raabe folgen, um in dessen Palastorchester zu musizieren.
Für ihn sprang Benjamin Doppscher ein und eroberte sein Publikum mit seiner Liebe zu Jazz und Swing, mit Bescheidenheit, Charme und ausgeprägter Spielfreude. In kürzester Vorbereitungszeit hatte er mit Mezzo-Sopranistin Anja Sonntag sowohl die instrumentale Begleitung als auch innovative Improvisationen zu den eigentlich auf Hoffmeiers Stil abgestimmten Gesangsnummern einstudiert.
So swingt sich das Duo von Abba über die Beatles zu Billie Hollyday, selbst Operettengott Franz Lehar ist vor ihrem Swing nicht sicher. Beide wirken, als ob sie schon seit Jahren ihr Programm präsentieren: Sonntag fühlt sich trotz breiter stimmlicher Palette in den mittleren und tiefen Lagen besonders wohl, Doppscher genießt die improvisatorischen Möglichkeiten der siebensaitigen Gitarre, tupft hier, zaubert da und webt wie nebenbei seiner Partnerin einen musikalischen Wolkenteppich.
Die zweite Überraschung : Gitarrist Michael Huhn und Altistin Therese Götz. Ihren Atemwegsinfekt verbirgt die Altistin sehr professionell. Huhn begleitet ebenfalls sowohl siebensaitig als auch vielseitig und beweist auch als Koko-Schumann-Interpret mit dessen „Ausgerechnet heute Abend“ Entertainer-Qualitäten. Zum Quartett vereinigt entwickelt das Ensemble Big-Band-Qualität: Dauerapplaus im ausverkauften Haus.
uj


Neue Osnabrücker Zeitung 13.04.2010

Klassiker mit mächtigem Swing (Link zum Online-Artikel)

Osnabrück

Beim letzten Gastspiel ist Uli Hoffmeier in der Osnabrückhalle aufge treten. Vor vollem Haus und mit großer Besetzung: Hoff meier schlägt ansonsten die Gitarre in Max Raabes Palast Orchester. Gerade sei man von einer dreiwöchigen USA-Tournee zurückgekehrt, erzählt Hoffmeier im Gespräch mit unserer Zeitung. Eine Reise mit bleibenden Erinnerungen, zum Beispiel an die New Yorker Carnegie Hall: „Ausverkauft, Standing Ovations – es ist einfach umwerfend.“

 

Zwei Duos auf der Bühne des Lutherhauses präsentierte Uli Hoff meier (links). Foto: Egmont Seiler

Aber Hoffmeiers Herz hängt auch an kleineren Projekten, die es ihm erlauben, in intimerem Rahmen zu spielen. Mit der Formation „7 Strings Lady Sings“ gastierte Hoffmeier am Freitag vergangener Woche im Osnabrücker Lutherhaus.

Die Gruppe besteht im Grunde aus zwei Duos: aus Hoffmeier und der Berliner Sängerin Anja Sonntag sowie dem Hamburger Gitarristen Michael Huhn und der Sängerin Therese Götz.

Einzeln bestehen diese Duos schon länger. Huhn und Hoffmeier kamen ins Gespräch, weil beide siebensaitige Jazzgitarren spielen. Eine Besonderheit – diese Instrumente werden inzwischen nur noch auf Bestellung gebaut. Die musikalischen Vorlieben waren ähnlich, und so lag es nahe, aus zwei Duos ein Quartett zu formen.

Das Konzert eröffnen sie zu viert mit dem Klassiker „Route 66“; der Harmoniegesang weckt Erinnerungen an Gruppen wie Manhattan Transfer. Nach Gershwins „’s Wonderful“ überlassen die Berliner vorerst den Hamburgern die Bühne, nach der Pause übernehmen Anja Sonntag und Uli Hoffmeier, den Abschluss bestreitet man dann wieder gemeinsam. Zur Repertoire-Auswahl hatte Hoffmeier vorweg erklärt: „Wir haben einfach die Songs genommen, die uns im Leben mal wichtig waren.“ Darunter sind einige Jazz-Klassiker, aber auch viele Überraschungen: „Thank You For The Music“ von Abba zum Beispiel, dann wieder Franz Léhars „Dein ist mein ganzes Herz“ – und sogar ein Titel, der durch ein Demonstrationsvideo einer führenden Software-Firma bekannt wurde.

So unterschiedlich die Herkunft auch sein mag, bei „7 Strings Lady Sings“ klingen diese Songs, als wären sie von vornherein als Jazz-Titel komponiert worden. Die neuen Arrangements verleihen ihnen mächtig Swing, bisweilen klingt sogar souliger Groove an, so wenn Uli Hoffmeier in einen kehligen Sprechgesang à la Barry White verfällt.

Glatte Bar-Jazz-Gefälligkeit wissen die Musiker zu vermeiden. So eingängig mancher Refrain ins Ohr geht, wenn die Alt-Stimme Therese Götz und die Mezzosopranistin Anja Sonntag in den Strophen spannungsreiche Kontraste schaffen, wird es in den besten Momenten frech und kratzig – hier kommt der Jazz zu seinem Recht.

Zwei Zugaben erbat das Publikum und bekam sie gewährt. Allzu dicht waren die Reihen nicht besetzt. Im Gespräch hatte Uli Hoffmeier schon von einschlägigen Erfahrungen berichtet. Die großen Tourneeacts laufen gut, die kleinen aber spüren, dass privat wie öffentlich im Kulturbereich gespart wird. Umso erfreulicher, wenn Veranstalter das Risiko eingehen und ungewöhnlichen, dabei hörenswerten und sehr unterhaltsamen Formationen wie dieser ein Forum bieten.

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Harzer Volksstimme 24.11.2009

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